Station 14 Geologiepfad Malbun: Die Tektonik Malbuns

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Die Landschaft Malbuns besteht aus riesigen Schollen, die gegeneinander verschoben sind.

Gesteine gleichen Alters treffen wir heute in Malbun in ganz unterschiedlichen Höhen an. Am Augstenberg sind die jüngsten Gesteine (Gipse und Hauptdolomit) erst auf Gipfelhöhen um 2200 m anzutreffen. Am Fuss des Berges treten die ältesten Gesteine zu Tage (Muschelkalk). Ganz anders sieht es am Ochsenkopf aus. Hier baut der Hauptdolomit fast das ganze Massiv auf und am Fusse befinden sich die Gipse. Alles liegt hier viel tiefer unten. Die Ostalpine Decke ist nämlich in verschiedene Schollen zerbrochen. Diese sind vertikal gegeneinander verschoben. Der Augstenberg ist Teil einer Scholle. Der Ochsenkopf ist Teil einer anderen Scholle, die gegenüber der Augstenberg-Scholl nach untern versetzt ist.

 

Info:

Tektonische Bewegungen bringen zusammen was nicht zusammen gehört

Der Fachbereich, der sich mit der räumlichen Verschiebung und Lage der Gesteinspackete beschäftigt, heisst Tektonik. Der Blick vom Augstenberg nach Norden lässt die tektonischen Einheiten erkennen. An den Schollengrenzen kommen Gesteine zum Vorschein, die zu ganz anderen Zeiten und in anderen Meeresgebieten entstanden sind. Sie wurden bei der Deckenüberschiebung zur Zeit der Gebirgsbildung am Grund der Ostalpinen Decke mitgeschleppt. Als die Ostalpine Decke in Schollen zerbrach und diese sich vertikal verschoben, kamen diese Gesteine an den Schollenrändern zum Vorschein. Zu ihnen gehört der Radiolarit, den wir im Bett des Schlucherbachs finden. Er ist ein Gestein der Tiefsee und entstand wahrscheinlich zur Jurazeit. Er hat nichts mit den Gesteinen des untiefen südlichen Tethysmeers der Trias gemeinsam und kommt in der heutigen Landschaft doch direkt daneben vor.

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